Der Hase
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Nach alter, sehr verbreiteter Vorstellung gilt der Hase als eines der Lieblingstiere der Hexe. In vielen Sagen verwandeln sich Hexen in Hasen, deswegen bezeichnet man die Hexen oft auch als "Hasenfrauen". In Schottland hielt man Hasen für Hexenvertraute, dabei verwendete man für sie das Wort malkin oder mawkin. Aus Schottland ist auch ein alter Zauberspruch überliefert, mit dem sich eine Hexe in einen Hasen verwandelt. Man findet Ähnlichkeiten zwischen Hexen und Hasen. Der Hase ist still und geht seinen Angelegenheiten im Geheimen nach. Er ist normalerweise ein Einzelgänger, doch zu bestimmten Zeiten kommt er in großen Gruppen zusammen und benimmt sich dann recht sonderbar. Das erinnert an eine Hexenversammlung. Er kann aufrecht stehen wie ein Mensch und in Gefahr menschenähnliche Schreie ausstoßen.

Walter de la Mare dichtete:

>In the black furror of a field
I saw an old witch-hare this night;
And she cocked a lissome ear,
And she eyed the moon so bright,
And she nibbled of the green;
And I whispered "Whsst! witch-hare,"
Away like a ghostie o’er the field
She fled, and left the moonlight there.<


In früheren Zeiten glaubte man, die Hexen besäßen einen Hausgeist in Gestalt eines Hasen, der ihnen verschiedene Dinge herbeischaffen konnte. Manche Hexen schnitzen aus Baumstümpfen Hasen und schicken diese aus, um sich etwas holen zu lassen. Es gibt die "Milchhasen", welche von der Hexe ausgesendet werden, um ihr Milch zu besorgen; diese Hasen melken dann fremde Kühe und bringen die Milch ihrer Herrin. Hexen tanzen in Hasengestalt im Lichte des Vollmonds, vor allem in der Walpurgisnacht, dem Vollmond im Mai. In Westfalen glaubte man, daß sich der Hase in eine Hexe zurückverwandeln würde, wenn man über sein Haupt einen Stahl werfe. Hexenhasen solle man daran erkennen, daß sie größer seien als andere Hasen, öfters Männchen machten oder nur drei Beine besäßen. Sie fürchten das Geläut der Kirchenglocken. In Hasengestalt ärgern sie gerne den Jäger, stehlen Lebensmittel oder belauschen anderer Leute. Auch Kobolde und Naturgeister erscheinen oft als Hasen, ebenso die Wettergeister/Wetterhexen. Hasen sind Nebel- und Windgeister. Wenn Nebel aus dem Walde aufsteigt, glaubt man, die Hasen würden rauchen. Hasen machen Nebel; sie verschwinden selbst wie ein Nebel. Wenn sie baden, liegt Nebel auf dem Berg. Bei Bodennebel glaubt man, daß der Hase braut. Die Hasen machen auch Regenwetter, indem sie Brot, Eierkuchen oder Eier backen. Eine Begegnung mit einem Hasen bedeutet Regenwetter. Er macht den Wind, und wenn man durch den Ärmel lugt, kann man ihn im Wirbelwind erblicken. Der Nordwestwind gilt bei den Indianern als der "große Hase". Die Windgöttin Frau Harke hat lauter Hasen in ihrem Gefolge, welche ihr die Lichter vorantragen. Beißt sich der Hase einen schmalen Weg durchs Feld, so nennt man das eine "Hexensteige" oder "Hexenstiege". Die Male der Hexen heißen "Hasenpfoten". In einer Sage aus Brandenburg erscheinen Kobolde in Hasengestalt und narren die Jäger. Sie wohnen in einem großen Stein, der den Namen "Koboldstein" trägt. Manche der Hasenkobolde weben, oder sie ziehen Geisterwagen. Der Wassermann erscheint ebenfalls zuweilen in Hasengestalt. Nach einer böhmischen Sage bestraft er so die Wilderer. Der Hase erscheint aber auch als hilfreicher und warnender Geist. Er ist auch der Erntegeist, welcher sich in den letzten Halmen aufhält. Der mecklenburgische Schnitter sagt beim letzten Sensenschlag: "Der Hase soll nun wohl raus." In Nordeuropa kennt man die "Trollharar", die Geisterhasen.

Die weißen Trollhasen sind nach schwedischem Glauben gute Trommler.

Darstellung um 1700.

Der Hase ist ein dämmerungsaktives Tier, daher weiß er um die Dinge, die in der Dunkelheit geschehen und dem Menschen verborgen bleiben. Der Hase kann als nächtliches Tier und Gefährte der Naturgeister bei der Suche nach Geheimnissen helfen. Er ist verschwiegen und bewahrt die ihm anvertrauten Geheimnisse. Er ist eine Bote der Anderswelt, deshalb bezeichneten ihn die alten Griechen auch als Boten des Gottes Hermes, des Seelenführers.

Im Monde kann man das Bild des Hasen erblicken. Nach einer Alpensage verwandeln sich Hasen nachts in Frauen und fliegen zum Monde, um dort zu tanzen. Die Beziehung Hase - Mond ist sehr alt und vielen Völkern bekannt. Wie der Mond symbolisiert der Hase die ständige Erneuerung, den Kreislauf der Wiedergeburt. Es heißt, der Hase sei aus dem lebendigen Mondstoff entstanden. Die Fruchtbarkeit des Hasen richtet sich nach dem Mondlauf. Nach französischem Glauben wohnen im Monde drei Hasen. Das Drei-Hasen-Symbol ist sehr alt und bis in den Orient verbreitet. Sehr bekannt ist das "Dreihasenfenster" im Kreuzgang des Paderborner Doms. Dieses Motiv erscheint auch auch auf Ostereiern früherer Zeiten. Es handelt sich dabei um ein Lichtsymbol, welches die kreisenden Bewegungen des Mondes darstellt, der mal als Vollmond, mal als Halbmond und mal als Schwarzmond erscheint.

Drei Hasen und der Ohren drei,
und hat doch jeder ihrer zwei.

Im Indischen heißt der Mond Shashi, was sich von Shasha, Hase, ableitet. Dort glaubt man, im Monde wohne ein weißer Hase. Der Mondgott hatte ihn einst aus Dankbarkeit dorthin versetzt; seitdem ist der Hase sein treuer Gefährte. Nach einer indischen Legende gab es einst drei Hasen, einen braunen, einen weißgefleckten und einen weißen. Eines Abends kam der Mondgott zu Besuch und wurde von den ersten beiden Hasen bewirtet. Der dritte hatte jedoch nichts und bot sich dem Mondgott selber zur Speise an. Zum Dank für diese Opferbereitschaft nahm der Gott den weißen Hasen als Begleiter mit sich, und seit dieser Zeit sieht man einen weißen Hasen im Monde. Der Mond gilt mal als männlich, mal als weiblich, und schon Plinius sah den Hasen als androgynes Tier an, welches sein Geschlecht wechseln könne, so wie auch nach altägyptischen Glauben der zunehmende Mond als männlich und der abnehmende als weiblich galt.

Der Hase ist ein Tier der Frühlingsgöttin Ostera/Eostre, auch als Astarte bekannt. Nach babylonischem Glauben wurde die Göttin Astarte aus einem Ei ausgebrütet, und so war das Ei ihr Symbol. Eine ähnliche Vorstellung mag es über die germanische Göttin Ostera gegeben haben, denn sie erscheint als jugendliche Erdgöttin zusammen mit dem Osterhasen im Frühjahr. Ostera/Astarte ist Göttin der Fruchtbarkeit; zu ihr gehören die Mondsichel wie auch der Planet Venus. Die Venus erscheint als Morgenstern, dann ist sie Kriegsgöttin. Als Abendstern regiert sie über Liebe und Frieden. Auf dem Osta-Stein, einer mit Runen beschriebenen Votivtafel, findet sich eine Darstellung der Ostera: Sie trägt Mondhörner und ein Füllhorn als Symbol des Wachstums und der Fruchtbarkeit.

Der Hase im Mond trägt ein großes Osterei in seinen Vorderpfoten. Das Ei ist Sinnbild der Fruchtbarkeit und wird zu Ostern rot angemalt, ein Brauch, der auch bei den Persern und Ägyptern bekannt war. Die rote Farbe gehört zum Donnergott, der im Frühling erwacht und mit seinem Hammer die Winterdämonen vertreibt. In Osteuropa heißt der Gott Perun. Ihm zu Ehren wurde im Frühjahr ein Hase gejagt. So steht der Hase für Fruchtbarkeit, Lebens- und Jugendkraft, für die jugendliche Frische des Frühlings, für das Leben, welches den Tod besiegt.

Die Göttinnen Holda und auch Frau Harke, die der Holda entspricht, sind von Hasen umgeben. Der Hase gehört ebenso zur Liebesgöttin Aphrodite wie zur Mondgöttin Artemis. Der Hase gilt als weibliches Tier, in dem sich die Seelen der Mädchen aufhalten.

Der Hasen kann Seelentier oder auch Krafttier Hexe sein. Das Seelentier ist der eigene tierische Seelenanteil im Menschen, von der Geburt bis zum Tode. Es ist auch das Ahntier, von dem man abstammt, der "Totem". Das Krafttier hingegen ist ein begleitender Tiergeist, ein sogenanntes Helfertier. Das Krafttier kann wechseln, während das Seelentier immer bleibt. Das Seelentier spiegelt sich im Verhalten des Menschen wieder, in seinem Charakter und oft auch in seinem Äußeren. Menschen, die den Hasen als Seelentier haben, sind oft scheue Einzelgänger, ruhig, sanft, friedliebend, bescheiden und zurückhaltend. Doch sollte man sie nicht unterschätzen, da auch sie zubeißen können, wenn man sie ärgert. Zudem sind sie geschickt und diplomatisch. Die Hasenmenschen neigen dazu, heimlich ihren Geschäften nachzugehen, so wie die Hexe in der Nacht an abgelegenen Orten ihre Kräuter sammelt. Diese Leute besitzen eine ausgeprägte Intuition, Heil- und Zauberkräfte und bewahren sich lange ihre Jugendlichkeit. Wie der Mond wechselt ihre Stimmung häufig - mal sind ausgelassen, heiter und voller Lebensfreude, mal verfallen sie in Melancholie und machen sich zu viele Sorgen. Sie sind oft wankelmütig und unberechenbar, geistig flink, beweglich, spontan und oft etwas nervös und ungeduldig; ihr Gedächtnis ist eher schwach, doch verfügen sie über eine rasche Auffassungsgabe. Zuweilen erscheinen sie etwas konservativ und Fremden gegenüber reserviert und mißtrauisch, verhalten sich oft widersprüchlich und leben nach eigenem Gutdünken. Ihre Wachsamkeit und Aufmerksamkeit sind gut ausgeprägt. Hasenmenschen sind feingeistig, zärtlich, liebevoll und sehr sinnlich.

Der Hase ist als Mondtier ein Symbol für die Fruchtbarkeit und die Menstruation der Frau; er symbolisiert die Rückkehr zur Jugend, die Intuition und das Licht in der Dunkelheit. Er steht für Reichtum, Glück, Wachstum, Fortpflanzung, Wollust, Begierde, Liebe, Erneuerung, den Frühling und die Morgendämmerung.

I shall go into a hare,
with sorrow and sych and meickle care ...




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