Der Hase
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Zwei Sagen von dreibeinigen Hasen


Mit Niederfinow ist es eine eigene Sache. Früher war mal in den Bergen altes Mauerwerk. Jetzt heißt der Ort aber Niederfinow von der Finow. Früher hatte es auch drei Märkte, die haben sie aber eingehen lassen; der eine ist dann nach Oderberg, der andere nach Freienwalde und der dritte nach Eberswalde gekommen, deshalb haben diese Städte vier. Überhaupt gab es in Niederfinow mancherlei, was jetzt nicht mehr vorkommt. Eine Frau hatte zum Beispiel einen dreibeinigen Hasen im Keller sitzen, der butterte für sie immer des Nachts. Der Nachtwächter hat es oft gesehen, wenn er zum Kellerfenster hineinguckt. Der Hase aber hat sich nicht stören lassen, sondern nur gerufen: et kuckt, et kuckt! Der Frau ging auch nie das Geld aus. Sie hatte aber auch immer einen dicken Fuß. Als er dünner wurde, da war es auch mit ihr zu Ende. Als sie starb, da hat ihr Knecht gesehen, wie der Geist als ein feuriger Streifen zum Schornstein hinausgeflogen und zu ihrer Tochter ins Haus geflogen ist. Das war der "Drak" oder "Kobold", wie man ihn auch nennt. Manchmal hat sich übrigens auch der dreibeinige Hase in der Dorfstraße gezeigt. Einst kamen Mädchen aus der Spinnstube, es war so recht heller Mondschein. Da kam der dreibeinige Hase auf sie zugehoppelt, daß sie alle Hals über Kopf ins Haus stürzten. Einer aber hat er noch die Zwickel an den Strümpfen zerrissen. Wie aber jemand mit einer Laterne gekommen, ist er wieder so weggehoppelt, wie er gekommen war.


Eine arme Frau in Niederfinow hatte, ohne daß jemand wußte, aus welchen Mitteln, einen Butterhandel angefangen. Die Leute von nah und fern kamen und kauften die schöne frische Butter. Oft schon hatten die Käufer gefragt:
Woher kommt die schöne Butter? und Aus dem Keller von da unten hatte die Frau geantwortet. So ist es lange Zeit gegangen. Da hat der Nachtwächter einmal ein merkwürdiges Geräusch gehört, das aus dem Keller der Frau kam. Beherzt ist er näher gegangen, und wie er in das Kellerfenster hineinge sehen, da entdeckte er plötzlich einen großen Hasen mit drei Beinen, der stand vor einem Butterfaß und butterte emsig. Das ist dem Nachtwächter doch so in alle Glieder gefahren, daß er eilig davonstürmte. Am anderen Morgen wußten es alle Leute, und niemand kam mehr, die Butter zu kaufen: Die ist behext, meinten sie. Kurze Zeit danach ist die Frau gestorben, und als man sie aus dem Hause hinaustrug, ist auch der dreibeinige Hase durch den Schornstein auf und davon gegangen; ein richtiger "Drak" oder "Kobold", wie die alten Weiber sagten.

(Sagen aus Niederfinow)

 

Hasenfrauen zu Kaundorf


Ein Jäger von Kaundorf, Kranz mit Namen, ging des Morgens auf den Pirmesknapp auf die Lauer, um Hasen zu schießen. Stand er dann ein Weilchen da, so kam ein Hase in seine Nähe und machte die wunderlichsten Sprünge von der Welt; wenn aber der Jäger auf ihn schoß, so huschte er fort. Da nun derselbe Hase erschien und seine sonderbaren Sprünge machte, so oft oft der Jäger an derselben Stelle auf der Lauer stand, so glaubte er, es stecke Hexerei dahinter, und er teilte dem Herrn Pastor seine Vermutung mit. Dieser ließ sich des Jägers Flinte bringen und lud sie selbst. Als der Jäger am folgenden Morgen mit der vom Herrn Pastor geladenen Flinte wieder auf seinem Posten stand, erschien auch sofort der Hase und machte seine gewöhnlichen Sprünge. Der Jäger schoß; diesmal traf er den Hasen, der in eine Hecke sprang. Als der Jäger nachsah, fand er ein altes, verwundetes Weib in der Hecke liegen. Er gelobte, nie mehr auf die Jagd zu gehen.

Nach einigen Jahren jedoch wandelte ihn diese Lust wieder an; er ging aber in entgegengesetzter Richtung vom Pirmesknapp, nämlich zur Hotschleit hin. Kaum stand er einige Minuten auf der Lauer, so kamen hinter allen Gesträuchen, Hecken und Bäumen Hasen hervor, immer mehr und mehr, so daß das Tal voll von Hasen war. Der erschrockene Jäger warf die Flinte weg, eilte ins Dorf zurück und ging nie mehr auf die Jagd.

(Sage aus Luxemburg)

 

 




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